Daniel

Kerstin Hensel

 

Die Schwester kann mir keine Romane mehr geben, meine Kinderzeit hat sich ausgelesen, es gibt die Stadt nicht mehr, die mir gehört, Teheran, aus der man mich hinausgeprügelt hat, Männer mit Bärten, keine orientalischen Märchenonkel, sondern Strenggläubige, mit steinernen Herzen und Hirnen, die die Moscheen als Kampfkessel gegen den Rest der Welt beheizen, ihr Freßfeuer schüren gegen Kurden Juden Christen, und nur der Teufel, der große Durcheinanderwerfer, weiß warum, auch ich weiß es nicht, nicht aus dem Leben, nicht aus den Romanen, von meinen Brüdern Schwestern Eltern nicht, der Vater: ein Kaufmann, der mit Schuhen handelt, der Vielwissende, der mich, den Achtzehnjährigen, ausgehen lässt, in einen der vielen kleinen Parks der Stadt, wo ich mich mit Anuscha treffe, verboten schön, das Mädchen und ich Hand in Hand zwischen Kiefern und Platanen, vorbei an künstlich angelegten Seen Kaskaden Rosenrondellen, und da stehen diese Männer hinter einem Kiosk, in dem Tee Nüsse Süßkram verkauft werden, vor allem dieser eine, den ich von ferne kenne, der mit dem stechenden Blick, der unheilschwitzende, dem der Bart gerade mal sprießt, schwarzes Nadelgesicht, und er tritt hinterm Kiosk hervor, fängt meinen Blick und spielt mit ihm, reizt lockt ruft: komm her zu mir, Memme! – ich fürchte mich nicht, nur den will ich mir nicht zumuten, nicht mir, nicht meiner Freundin, die sich auf einer Kinderschaukel vor- und zurückschwingt und lacht, teh-ran der „warme Ort“, und die Sonne sucht durch die ledrigen Platanenblätter ihre Wege, wie mir scheint, um mich zu erwärmen, abzubringen von der Unlust, dem Kerl den Gruß zu erwidern, doch ich will es nicht, bitte Anuscha, von der Schaukel zu steigen, lass uns zum Ententeich gehen, schlage ich vor, und sie lacht noch einmal leise auf, so viel Freiheit in ihrer kleinen Stimme, und ich will und will es nicht anders, auch wenn der Nadelbart mich lockt: komm her zu mir, wieder und wieder um uns herumtanzend, ein aufdringlicher Dschinn, bis ich mich vor ihm aufbaue: was willst du? Was ist dein Problem, Mann? Ist doch egal! schießt er aus vollen Lügenlippen hervor und aus den Augen Blitze, und dann lacht er zähnebleckendes Affengelächter, lacht, und es knallt zwischen meinen Augen, komm komm komm, drei Schläge mit harten Fingerknöcheln, andere Bärte treffen ein, strenge Wärter der Moscheen, so dass ich zurücktaumele und Ententeich und Freundin im Ausblick verschwimmen, doch wir fangen uns auf, laufen den Wächtern davon, Hand in Hand, taumelnd vor Schrecken, ach wie dumm ich war, den Satan zurückzugrüßen, weil er mich lockte in seiner/meiner verlorenen Männlichkeit, in seinem verlogenen Glauben, was ist dein Problem? lachhafte Frage, die ich nie wieder stellen oder hören möchte, und so rennen Anuscha und ich aus dem Park wie Hasen, fliegen wie aufgeschreckte Vögel über Wiesen, flitzen wie gejagte Ratten durch Gassen und Straßen, bis zu unseren Vater-Mütter-Häusern, die in keiner schlechten Gegend der Stadt liegen, ich mit der Wunde zwischen den Augen, auf die Mutter Honigpflaster klebt und Vater Brüder Schwestern nicht ein noch aus wissen, der Kerl hat gedroht, versuche ich zu erklären, und der Park, ich weiß es, wird uns nie wieder sehen, dieser nicht, auch andere Parks nicht, und die Zeit macht milde Miene zum lang gedehnten Spiel, als ob nichts gewesen wäre, der warme wärmende Ort teh-ran aus versunkener Epoche, bis es nach zwei Monaten abermals aufsteigt, aus sämtlichen Winkeln hervorkommt: dieses Affengelächter, das mich bis in die Träume verfolgt, und es öffnet eines Tages die Wohnungstür, stößt meine Mutter beiseite und kreischt: wo ist dein verdammter Hurensohn? und Mutter verrät es nicht, zeigt dorthin und dorthin, du findest ihn zwischen Himmel und Erde, im Meer findest du ihn, in den Schloten der Vulkane, such nur, Affe, such und lass mich in Frieden, und der mit dem Nadelbart und dem dummen Lachen trollt sich tatsächlich davon, zu seinen Hintermännern, und Mutter, zitternd wie ein Spinnennetz im Sturm, ruft mich über Telefon, dem Segen und Fluch der Technik: er ist zurückgekommen!! und: flieh!! ruft sie und leiser: Deutschland ist ein gutes Ziel, Junge, dein Bruder ist schon in Berlin, und ich eile ins Elternhaus und nehme das Geld, das mir meine Alten in die Hand drücken, Geld und Zuversicht, dass Eile Hatz Hetze nicht umsonst sind, das weiß auch Vaters Freund Malik, der unverzüglich den Weg beschreibt, die Fluchtroute, illegal über die Türkei, ma’a as-salāma! leb wohl VaterMutterAnuscha, ihr Mauern Parks Berge Wüsten Vulkane lebt wohl, nur weg, nur weg, Gelächter im Rücken, keine Antwort, warum das alles, und schon packt mich Malik, Freund und Fluchtguide und wasweißich, wer er überhaupt ist, als Erstes: nenne deinen Namen – Daniel Mohammadi, und das Geld wechselt den Besitzer, Vaters mühsam mit Schuhhandel verdientes Geld auf die Krallen der Schlepper, und mein erster Schritt ist das Hineingestoßenwerden in einen klapprigen Kleinbus, Vater schiebt mich von hinten, fährt ein Stück mit, bis zur Stadtgrenze, und sagt, ich solle leben und ihn nicht vergessen, auch alles andere nicht, was uns Frieden bedeute und Freiheit, die ich mir auf dem Weg ertrotzen müsse, nur Mut, Junge! und er steigt, wo die Häuser aufhören und die Wüste ihre salzige Zunge ausstreckt, aus dem Bus, umarmt mich, geht, ohne Blick zurück, kein tränenverschliertes Abschiednehmen, das ziemt sich nicht für einen Mann, Jesus sei mit dir, murmelt er, doch nicht Jesus ist mit mir, sondern zwei schweigsame Männer, die mich vorantreiben, nicht aus der Stadt, nicht in die Stadt, in ein verstecktes Steinhäusergebiet geht es, in ein leeres Zimmer, das uns zur Nacht erwartet, und ich schlafe steinschwer auf einer Pritsche, traumlos, als hätte es nie Träume gegeben, und als die Sonne noch hinter den Bergen hochzieht, wird mir als Etappenziel die türkische Grenze versprochen nebst einem Soldaten, den Malik für Geld und böse Worte gekauft hat, ein bezahlbarer Grenzwächter, der, so lautet die Order, irgendwann die Hand heben wird, bei dem Zeichen rennst du los, durchs Grenzloch, rennst und schaust dich nicht um, sonst erstarrst du zur Salzsäule oder zählst die Kugeln, die dir den Kopf zerschmettern, ich sage jajaja, und wir fahren mit dem Bus Richtung Norden, Nordwesten, links Berge, rechts Meer Stein Wüste oder wildeste Ödnis der Erde, bis wir ankommen irgendwo hinterm Urmiasee, am Gebirge, hinter dem die Rettung liegt, lauert wie eine Löwin, der See ist aus Salz und der Soldat, der mir versprochen wurde, nicht auf dem Posten, unsichtbar, freigestellt von seiner unheilvollen Pflicht, so dass wir umkehren müssen, über StockundStein zu einem anderen Platz, denn kein Platz darf zweimal aufgesucht werden, und wieder geht‘s Richtung Nacht, in ein abgelegenes Areal, zur hölzernen Herberge, ein Stall, der voll ist von Menschen, Männern, die auf ihre große rettende Reise warten, die meisten sind Kurden, dunkles wehmütiges Volk, das mich fraglos in seine Mitte nimmt und Malik, von Vaters Freundschaft gelöhnt, spricht zu den Fremden: übernehmt den Jungen, passt auf ihn auf, und sie teilen mit mir Fleisch Wasser Brot, nach der hitzigen Reise die Labsal der Speisung, und ein neuer Retter wird bestellt, der mich anblickt wie einer, der mich enträtseln will, ein Leib- und Muskelprüfer, der kundgibt: schlau und sportlich musst du sein, sonst ist es dein Ende, und ich warte eine Stunde lang auf den Nachklang der Drohung, was ich zu sein habe, Lebens- oder Todeskandidat, dann brechen die Bretterwände des Stalles auf, und es kommen weitere Männer, zwanzig Afghanen, die wie wir auf die türkische Seite wollen müssen drängen, hinterm Berg das sichere Land, und Wasser sollen wir mitnehmen vor allem, da geht‘s schon los, Abbruch Aufbruch, schlau und sportlich sollen wir sein, und falls es noch einen Gott gibt, soll er uns helfen, zu Fuß durch Gebüsch, über Schotter Geröll gerissene Pfade, ich bin was ich bin, entschlossen, schwach, träumend von Anuscha auf der Schaukel im Park, von meiner Schwester, die mir Romane zu lesen gibt, von Mutter mit dem Honigpflaster, früher in einer Zeit, die lang vorbei scheint, obwohl ich erst achtzehn Jahre bin und schon Altes in mir wohnt, etwas, das an meiner Jugend zehrt, so dass eine Baumwurzel leichtes Spiel hat, mir ein Bein stellt und ich stürze, mit dem rechten Fuß umknicke, die Wasserflasche entleert sich gluckernd in den Dreck, und ich schleppe mich mit den anderen voran, ein durstiger lahmender Jungwolf, den Gewehrkugeln zu treffen versuchen, von iranischen Soldaten abgefeuert, die in den Bergen lauern, zu weit weg, um mich zu treffen, und jetzt sehe ich sie: die Toten zwischen Wacholderbüschen, verblutete verstaubte verdrehte Leichen von Männern, die nicht schlau und sportlich genug waren, die sich nicht wegducken oder unsichtbar fortschleichen konnten, die Schmerzen im Fuß sind vergessen beim Anblick der Verlorenen, die unserem Treck den Fortgang weisen, höhnisch in ihren verzerrten Gesten: da entlang, hinterm Berg wird es sein, hinter dem nächsten und nochmal dem nächsten, elf Stunden Schmerzmarsch ohne Führer, Bergadler Wüstengeier bereiten sich auf ihr Abendmahl vor, der endlose Weg, ich will Wasser aus den Steinen saugen, denn kein Gefährte gibt mir einen Schluck ab, nur einmal, als wir kurz Rast machen, reicht mir ein kleiner Kurde seine Flasche, und plötzlich sind wir auf türkischem Gebiet, drei Hunde stellen sich uns in den Weg, umkreisen den schlurfenden Treck, kläffen zum Gotterbarmen aus schaumigen Mäulern, einen von uns schnappen sie in die Waden, ich brülle chā’én! Verräter! und wir klettern auf einen Berg, ich mit Hinkefuß als Letzter, den die Hunde nicht beißen, denn den Berg schaffen sie nicht, drehen hungrig ab, bis wir uns nach einer Stunde weiter wagen, und da stehen zwei Männer wie aus Asche gestiegen, und sie führen uns in eine Hütte, in der wir in Schlaf fallen, hundemüde, und im Knöchel puckert Schmerz, den etwas zu stillen scheint: deine Mutter hat Geld überwiesen, knurrt der Schlepper, du hast Glück, du kannst weiter, und mit Einfall des Morgens werden ich und ein paar solvente Afghanen in die nächste Stadt gebracht, unerkannt, unbekannt, wo man uns Bustickets kauft, und schon geht die Fahrt los, wir auf dem Boden des Gefährtes sitzend, weil wir keinen Anspruch haben auf einen richtigen Platz, dicht an dicht, die Afghanen und ich, vierundzwanzig Stunden quer durch die Türkei, ein Hunderitt in Lärm und Gestank, immerhin trinken wir, und als der Bus uns in einer kleinen Stadt ausspeit, erwartet uns der nächste Guide, der die Gruppe weiterführt, dumpf grunzend, ein gut gefüttertes Leittier, das nur tut, was es will, und jetzt will es, dass wir uns in die Wohnung eines finsteren Hauses begeben, wo ich mir einen Platz an der Wand suche, um den vielen Leuten, die hier aus- und eingehen, zu entgehen, ihr müsst warten, sagen die Führer, bis die Zeit günstig ist, und ich frage mich, was das ist die Zeit, zumal sie droht, mich zu umklammern wie ein saugnapfbewehrtes Wesen, und es wächst noch anderes: die Anzahl derer, die hier abgelagert werden, die auf die günstige Zeit warten, steigt auf über sechzig, und als die Zeit endlich ist, wie sie sein soll, werden wir in einen weiteren Bus gedrängt und drei Stunden lang fortgeschafft, zum Meer, das uns mit ahnungslosem Wellenschlag begrüßt, an dessen Küste wir die Nacht durchwarten, versteckt in Knäueln verstrickter Fischernetze, erst spät ist das kleine Schiff, das uns nach Griechenland bringen soll, repariert, und es gibt nur dieses eine, erklärt man uns, wer nicht mitkommt, muss zwei Wochen warten, und ich schaffe es trotz Hinkefuß, mich auf den Kahn zu hieven, auf dem vielleicht fünfzehn Menschen Platz finden, doch es sind mehr als fünfzig, die Haut an Haut gedrängt das Schiff und sogleich alle Hoffnung fahren lassen, denn nach einer halben Stunde, als es schwer im Wasser liegt, blockiert der Motor, reißt es auf am Kiel, und wir hocken im Meerwasser, das durch die Planken dringt, und jetzt beginnt Geschrei, ein Heulen, das ich auf dem grausamen Marsch zur Grenze nicht gehört habe, und dann treibt das unselige Schiff kraftlos weg von jedem Ufer, schlingert, und endlich weiß ein Junge Rat und ruft die Polizei über Mobilphon, einem Segen der Menschheit, Save our soul! und der Junge gibt uns Kunde: das Schiff soll geortet werden, wenn wir die Koordinaten durchgeben, aber wieso wir? hat die Polizei kein System? keine Technik? keine Antwort, der Junge schreit: wir sollen die Koordinaten durchgeben!! aber wie aber was aber wo finden wir wo sind wir? ich kann nicht übers Wasser laufen, ich bin nicht Jesus, ich nehme dem Jungen das Telefon aus der Hand, telefoniere mit meinen Bruder Kenan in Berlin, und das Wunder geschieht, Kenan wirft die Suchmaschine des Computers an, er ist ein schlauer Fuchs, gibt unsere Unglückskoordinaten an die griechische Polizei weiter, wann kommt ihr? rufen wir auf dem Seelenverkäufer durchs Telefon, die Polizei ruft zurück: wir haben kein Schiff, das wir schicken können, in zweidrei Stunden vielleicht, und eine Riesenwelle hebt uns empor, dass der Schiffsrumpf kracht und Todesangst aufschäumt, vor uns ein anderer Kahn, vollbeladen mit brüllenden Menschen, die es, nach einer Windbö nicht mehr gibt, abgekippt, gekentert, Festfraß für Haie, nur noch das Tosen des Meeres, da hat es einer auf unserem Schiff geschafft, den Motor wieder anzuwerfen, und der Kahn tuckert übers Meer, ein schiefliegender überladener Sarg, der auf seine Bestimmung wartet, fünf Stunden lang, bis er vor Anker geht, auf Euboea, und wir von Helfern aus dem Boot geholt werden, ein frischer Fang, der sich nicht gut vermarkten lässt, doch halbtot werden wir wieder ins Leben gebracht mit Brot und Milch, mein Fuß erhält eine Bandage, und in der Nacht bin ich wach unter griechischem Sternenhimmel, und Kälte zieht durch die Knochen, denn wir liegen auf dem Boden in der Freiheit, doch die wärmere Freiheit in Zelten und Baracken ist von Frauen und Kindern überfüllt, bis es am nächsten Morgen weitergeht mit dem Bus, ins Land der europäischen Bürokratie, Formulare ausfüllen, anmelden, Transit ja, Transit nein, zwei Tage Euboea sollen genügen, um abermals in See zu stechen, diesmal mit dem Dampfer nach Makedonien, wo wir in der Kälte anlanden, vier Stunden zu Fuß, dabei weiß ich nicht, ob es wirklich vier oder vierzehn Stunden sind oder vierzig Minuten oder vier Tage, die Zeit ist unfühlbar geworden, auch als ich zum wievielten Mal? in einen Bus verstaut werde, der mich in einen winzigen Ort bei Skopje bringt, mich und andere, von denen ich nicht mehr weiß, wer sie sind und warum ich die verrückt gewordene Zeit mit ihnen teile, und jetzt dehnt sie sich wieder, zwei Wochen soll ich in Makedonien bleiben, warum wieso, dann geht es endlich weiter, Fahrtstunden, die ich nicht mehr zähle, Länder Landschaften Leute Laute, die ich nicht mehr unterscheiden kann, Telefonate mit Kenan in Berlin, er hat den Tisch gedeckt für mich und ein Bett irgendwo, er verspricht mir den Himmel, und ich weiß nicht mehr, wann wo warum ich den ersten Schritt auf deutschen Boden gesetzt habe, und der Himmel, den Kenan mir vor Augen gemalt hat, wurde mir zugewiesen in einer Sporthalle Berlin-Ostkreuz, in der zweihundert Männer Frauen Kinder ihr Lager aufgeschlagen haben, seit Monaten auf Pritschen Matratzen, auf harten Stühlen hängend in zermürbender Langeweile, und nun ich! in hallendem Lärm, Tee Brot Almosen vom Staat, die deutsche Sprache, in die ich mich stürze, Tag für Tag zungenbrechende Vokabeln, krude Grammatik, doch nehme ich die Hürden fröhlich, zumal VaterMutterGeschwisterAnuscha ihr Glück durchsenden, nein, sagt Mutter am Telefon, der Nadelbärtige würde jetzt andere mit seinem Affengelächter behelligen, sie habe Glück, und ich rede vom Glück, das ich der Lärmhalle abgewinne, denn die Zeit hat sich in mein Gefühl zurückgeschlichen, ich gehe wieder zur Schule, Willkommensklasse, sonderbar nach all den Wegen, über die es mich gehetzt hat, jetzt Stille, das Lernen im aufgewühlten Kopf, die Nachricht, Vater ist gestorben, doch der Tod ist keine Unnatur mehr, das Schlimme ist nur, dass Mutter jetzt allein ist, in meinen Träumen tanzen die Toten, die ich gesehen habe, ich kann ihnen – ich kann mir nicht helfen, ich ziehe aus der Sporthalle in ein Wohnheim mit eigener Schlafkammer, vielleicht ist der nächste Schritt die eigene Wohnung, wer weiß, man soll das Glück nicht strapazieren, aber auch nicht zurückweisen, keine Bescheidenheit bitte, ich werde Anuscha nie wieder sehen, auch in Berlin gibt es Parks, ich will Informatik studieren, und ich werde es, nicht wenn Gott, sondern wenn ich es will!